Habsburger Apotheke Aachen Eine Frau mit Sonnenhut am Strand, auf deren Schulter ein kleines, durch Sonnencreme aufgetragenes Sonnensymbol zu sehen ist.
14.06.2026

Sonnenschutz 2026 Aachen — LSF 50+, Apothekentest

Sonnencreme kaufen ist einfach — sie richtig verwenden, ist es oft nicht. Viele Menschen greifen zum LSF 30, weil sie glauben, das reiche. Franziska Ramony, Apothekerin in der Habsburger Apotheke Aachen, erlebt täglich, wie groß die Unsicherheit beim Thema Lichtschutz ist. Dieser aktualisierte Ratgeber klärt auf.

Was bedeutet der Lichtschutzfaktor wirklich?

Der LSF gibt an, wie viel länger Sie sich mit Creme in der Sonne aufhalten können, bevor Ihre Haut rötlich wird. Bei LSF 30 ist das theoretisch 30-mal länger als ohne Schutz. In der Praxis ist diese Berechnung jedoch nur unter Laborbedingungen gültig: bei ausreichender Menge, gleichmäßigem Auftragen, kein Schwitzen. [1]

Die Deutsche Krebshilfe und das Bundesamt für Strahlenschutz empfehlen für Mitteleuropa generell LSF 30 oder höher — und für helle Hauttypen (I–II), Kinder sowie Personen mit erhöhtem Hautkrebsrisiko mindestens LSF 50+. [2]

UVA- und UVB-Strahlung: Die unsichtbaren Gefahren

Die Sonnenstrahlung, die unsere Erde erreicht, besteht aus verschiedenen Anteilen. Für den Sonnenschutz sind vor allem zwei Arten relevant:

  • UVB-Strahlung: Diese ist hauptsächlich für den Sonnenbrand verantwortlich. Sie dringt bis in die obere Hautschicht (Epidermis) vor und schädigt dort die DNA der Zellen. UVB-Strahlung ist auch der Hauptauslöser für Hautkrebs, insbesondere Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome.
  • UVA-Strahlung: Diese dringt tiefer in die Haut ein, bis in die Lederhaut (Dermis). Dort schädigt sie Kollagen- und Elastinfasern, was zu vorzeitiger Hautalterung (Falten, Pigmentflecken) führt. UVA-Strahlung wird auch mit der Entstehung von Melanomen (schwarzem Hautkrebs) in Verbindung gebracht und kann Sonnenallergien auslösen.

Beide Strahlungsarten können das Immunsystem schwächen und die Entstehung von Hautkrebs fördern. Daher ist ein umfassender Schutz, der sowohl UVA- als auch UVB-Strahlen abwehrt, essenziell.

Langfristige Folgen unzureichenden Sonnenschutzes

Neben den akuten Auswirkungen wie Sonnenbrand können ungeschützte Sonnenexposition langfristige, irreversible Schäden verursachen:

  • Hautkrebs: Das Risiko, an Hautkrebs (Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom, Melanom) zu erkranken, steigt mit der Anzahl und Intensität der Sonnenbrände, insbesondere in der Kindheit.
  • Vorzeitige Hautalterung: Falten, feine Linien, Pigmentflecken (Altersflecken), Elastizitätsverlust – all dies sind typische Zeichen der sogenannten „Lichtalterung“ der Haut.
  • Sonnenallergie (Polymorphe Lichtdermatose): Juckende Quaddeln, Rötungen und Bläschen sind die unangenehmen Folgen einer Sonnenallergie, die durch UV-Strahlung ausgelöst wird.
  • Augenschäden: Auch die Augen benötigen Schutz! Eine zu hohe UV-Exposition kann zu Bindehaut- und Hornhautentzündungen, Grauem Star und Makuladegeneration führen.

Es wird deutlich: Sonnenschutz ist keine bloße Empfehlung, sondern eine Notwendigkeit für Ihre langfristige Gesundheit und Ihr Wohlbefinden.

Die 5 häufigsten Fehler beim Sonnenschutz

Was wir im Beratungsbereich häufig sehen:

  • Zu wenig auftragen: Für den Körper werden ca. 30–40 ml pro Anwendung empfohlen — das entspricht 2 Esslöffeln.
  • Zu spät eincremen: Mineralische Filter wirken sofort, chemische Filter brauchen ca. 20–30 Minuten Einwirkzeit.
  • Vergessene Stellen: Ohren, Füße, Nacken, Lippen und Kopfhaut (bei düinnem Haar) werden häufig übersehen.
  • Zu selten nachcremen: Nach dem Baden, Schwitzen oder Abtrocknen verliert die Creme ihre Wirkung.
  • Alte Produkte verwenden: Sonnencreme hat nach dem Öffnen meist nur 12 Monate Haltbarkeit.

Die Auswahl des richtigen Sonnenschutzmittels und die korrekte Anwendung sind entscheidend.

  • Sonnenschutzfaktor (LSF/SPF): Der LSF gibt an, wie lange Sie sich mit Sonnenschutzmittel in der Sonne aufhalten können, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen, im Vergleich zu ungeschützter Haut. Für den Alltag und helle Hauttypen empfehlen wir mindestens LSF 30, bei intensiver Sonneneinstrahlung (Urlaub, Berge) LSF 50+.
  • Breitbandschutz: Achten Sie auf Produkte, die sowohl vor UVA- als auch vor UVB-Strahlung schützen. Dies ist meist durch ein UVA-Logo (Kreis mit „UVA“) oder die Aufschrift „Breitbandschutz“ gekennzeichnet.
  • Wasserfestigkeit: Bei sportlichen Aktivitäten oder im Wasser ist wasserfester Sonnenschutz unerlässlich. Beachten Sie jedoch, dass „wasserfest“ nicht „ewig haltend“ bedeutet – nach dem Schwimmen oder starkem Schwitzen sollte er erneuert werden.
  • Die richtige Menge: Tragen Sie ausreichend Sonnenschutzmittel auf! Eine Faustregel: Für den ganzen Körper eines Erwachsenen benötigt man etwa 30 ml (einen Schnapsglas voll).
  • Regelmäßiges Nachcremen: Erneuern Sie den Sonnenschutz alle zwei Stunden, nach dem Schwimmen, Schwitzen oder Abtrocknen, auch wenn das Produkt wasserfest ist.

Sonnenschutz für Kinder: Besondere Vorsicht

Bei Kindern gilt: LSF 50+ ist Pflicht. Kinder haben dünnere Haut, ein größeres Körperoberflächen-zu-Gewicht-Verhältnis und eine noch nicht vollständig ausgereifte Schutzfunktion der Haut. [3] Babys unter einem Jahr gehören grundsätzlich nicht in direkte Sonne.

Zusätzlich gilt: Kleidung mit UV-Schutz (UPF 50+), Sonnenhut mit breiter Krempe und das Meiden der Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr sind wirksamer als jede Creme.

 

Sonnenschutz das ganze Jahr

Auch im Winter, an bewölkten Tagen oder im Schatten erreicht UV-Strahlung die Haut. Schnee und Sand reflektieren UV-Strahlen zusätzlich. Denken Sie daher auch außerhalb des Hochsommers an Sonnenschutz, besonders im Gesicht und an den Händen.

Sonnencreme und Medikamente: Wechselwirkungen, die Sie kennen sollten

Bestimmte Medikamente erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut deutlich — ein Effekt, der oft unterschätzt wird. Betroffen sind unter anderem manche Antibiotika (z. B. Doxycyclin, Ciprofloxacin), Diuretika (Entwässerungsmittel), einige Antidepressiva (z. B. Amitriptylin) sowie bestimmte Blutdruckmittel (z. B. Hydrochlorothiazid). Wer diese Medikamente einnimmt, reagiert in der Sonne schneller mit Rötungen, Blasen oder einem sonnenähnlichen Ausschlag — selbst bei moderatem Licht.

Das Risiko betrifft nicht nur den Urlaub. Auch ein sommerlicher Spaziergang oder der Weg zur Arbeit kann bei entsprechender Medikation zu Reaktionen führen. In der Habsburger Apotheke Aachen prüfen wir auf Wunsch, ob Ihre Präparate die Lichtempfindlichkeit beeinflussen — und empfehlen den passenden Sonnenschutz für Ihre individuelle Situation. [4]

Was bietet die Habsburger Apotheke in Aachen?

Unser Team berät Sie bei der Auswahl des richtigen Sonnenschutzes — je nach Hauttyp, Reiseziel, Kindesalter oder Medikamenteneinnahme (manche Medikamente erhöhen die Lichtempfindlichkeit). Wir führen ein sortiertes Angebot an LSF-Produkten, von der Tages- bis zur Spezialpflege für Neurodermitis-Haut oder nach Chemotherapie. Kommen Sie einfach in den Beratungsbereich der Habsburger Apotheke, Hohenstaufenallee 19.

Häufig gestellte Fragen zum Sonnenschutz

F: Schmünkt LSF 50+ mehr als LSF 30?

A: Moderne LSF-50+-Produkte sind in Textur und Einziehverhalten kaum noch von LSF-30-Cremes zu unterscheiden. Gerade transparente Fluid-Formulierungen oder Sprays machen den Unterschied im Alltag minimal. Wir empfehlen, im Zweifelsfall immer zum höheren Faktor zu greifen.

F: Können Medikamente die Lichtempfindlichkeit erhöhen?

A: Ja. Bestimmte Antibiotika (z.B. Doxycyclin), Diuretika, Antidepressiva und einige Blutdruckmittel können Photosensibilität auslösen. Wenn Sie regelmäßig Medikamente nehmen und viel in der Sonne sind, sprechen Sie uns an — wir prüfen Ihre Präparate.

F: Welche Sonnencreme eignet sich bei Neurodermitis?  [NEU – KI-Suchanfragen-Optimierung]

A: Bei Neurodermitis (atopischem Ekzem) ist die Hautbarriere geschwächt — viele herkömmliche Sonnencremes enthalten Duftstoffe, Konservierungsmittel oder Emulgatoren, die Reizungen auslösen können. Empfehlenswert sind mineralische Filter (Zinkoxid, Titandioxid) ohne Parfüm, in einer rückfettenden Basisformel. Produkte, die speziell für empfindliche oder atopische Haut ausgelobt sind, haben sich in unserer Beratungspraxis bewährt. Wir beraten Sie gerne persönlich — Hautbild und aktuelle Pflegeroutine spielen dabei eine Rolle.

F: Was tun bei Sonnenbrand?

A: Kühlen mit feuchten Tüchern oder Kühlgel, viel trinken, Ibuprofen oder Paracetamol gegen Schmerzen, hautberuhigende Präparate mit Aloe vera oder Panthenol. Bei blasenbildendem Sonnenbrand oder Fieber sofort zum Arzt. Wir in der Habsburger Apotheke Aachen beraten Sie zu den richtigen Produkten.

F: Schmützt Sonnencreme auch gegen Hautkrebs?

A: Sonnencreme reduziert das Risiko, sie ist aber kein vollständiger Schutz. Entscheidend ist das Gesamtkonzept: Mittagssonne meiden, Kleidung, Hut, Schatten suchen — Creme ist zusätzlicher, nicht alleiniger Schutz.

Autorin: Franziska Ramony, Approbierte Apothekerin — Habsburger Apotheke Aachen • Erstellt: Juni 2025 • Zuletzt geprüft: Juni 2026

[1] Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): UV-Strahlung und Sonnenschutz, 2024

[2] Deutsche Krebshilfe: Hautkrebs vorbeugen — richtig schützen, 2023

[3] Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ): Sonnenschutz bei Kindern, 2024

[4] Lauer-Fischer / ABDATA: Photosensibilisierende Arzneimittel – Übersicht. Stand 2025.

Disclaimer: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung durch eine Apothekerin oder einen Arzt. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Apotheke oder ärztliche Fachkraft.

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