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Sicca-Syndrom: Brennen im Blick
Trockene, gereizte und gerötete Augen – typische Anzeichen fürs Sicca-Syndrom. Immer mehr Menschen plagen sich damit. Warum? Und noch wichtiger: Was hilft? Inzwischen leidet jeder Sechste in Deutschland unter trockenen Augen. Experten schätzen, die Zahl der Betroffenen hat sich in...
Trockene, gereizte und gerötete Augen – typische Anzeichen fürs Sicca-Syndrom. Immer mehr Menschen plagen sich damit. Warum? Und noch wichtiger: Was hilft?
Inzwischen leidet jeder Sechste in Deutschland unter trockenen Augen. Experten schätzen, die Zahl der Betroffenen hat sich in den vergangenen Jahren mehr als verdreifacht. 20 Prozent aller Augenarzt-Patienten kommen wegen Sicca-Symptomen in die Praxis und sie berichten außerdem von verschwommenem Sehen, Lichtempfindlichkeit, einem Druck- und Fremdkörpergefühl im Auge. Oftmals liegt’s am Alter. Denn mit den Jahren lässt die Produktion der Tränenflüssigkeit nach. Es gibt jedoch noch etliche Ursachen mehr.
Gründe: Genau hinschauen
Beim Sicca-Syndrom ist die Benetzung der Augenoberfläche aus dem Takt – durch zu wenig Tränenflüssigkeit, die das Auge schützen soll, oder weil ihre Zusammensetzung nicht mehr stimmt. Eventuell verdunsten Tränen zu schnell. Dahinter steckt eine Erkrankung der Lidranddrüsen. Man spricht von einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion – einer der häufigsten Ursachen.
Einige andere Leiden bringen das Sicca-Syndrom als mögliche Begleiterscheinung mit sich, etwa Diabetes, rheumatoide Arthritis, Morbus Basedow zusammen mit einer Schilddrüsenüberfunktion oder auch Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte und Rosazea. Trockene Augen können zudem eine Nebenwirkung diverser Medikamente sein. In erster Linie trifft dies auf Beta-Blocker, Psychopharmaka und Hormonpräparate zu. Und letztlich scheint unser modernes Leben das Sicca-Syndrom zu begünstigen. Bei stundenlanger Bildschirmarbeit kommen Lidschläge einfach zu kurz. Normalerweise blinzeln wir circa 20-mal pro Minute, vorm PC nur maximal sieben Mal. Nicht zu vergessen: Umweltfaktoren wie Feinstaub, Ozon, Heizungs- und Klimaanlagenluft sind ein Dorn im Auge – auch wegen des Sicca-Syndroms.
Zum Check – den Augen zuliebe
Trockene, brennende Augen sollten Sie keinesfalls ignorieren. Durch den fehlenden Schutzfilm kann es auf Dauer zu Schäden kommen: Die Hornhäute vernarben womöglich oder trüben ein – mit der Folge: Wir können schlechter sehen. Vermuten Sie, am Sicca-Syndrom zu leiden, gehen Sie zum Augenarzt. Er misst die Menge und Qualität des Tränenfilms und behandelt je nach Ursache.
Tropfen gegen Trockenheit
In den meisten Fällen helfen spezielle Augentropfen als Tränenersatzmittel. Sogenannte »künstliche Tränen« befeuchten das Auge, stabilisieren den Tränenfilm und lindern die Symptome. Sie sind rezeptfrei in Ihrer Vor-Ort-Apotheke erhältlich. Noch intensiver wirken Augensalben und -gele für die Nacht. Mit ihrer zähen Konsistenz und ihrem entzündungshemmenden Dexpanthenol helfen sie bei der Regeneration der Augenoberfläche.
Bewusst blinzeln
Auch Ihren Lebensstil dürfen Sie dabei nicht aus dem Auge verlieren: Bei der Bildschirmarbeit, beim Fernsehen und beim Lesen legen Sie reichlich Pausen ein, schauen Sie in die Ferne und lüften Sie Innenräume regelmäßig kräftig durch. Allergiker schaffen sich am besten einen Luftfilter gegen Staub und Pollen an. Und nach draußen gehen Sie – gerade jetzt in der schönen Jahreszeit – nie ohne Sonnenbrille mit integriertem UV-Schutz. Außerdem: Schlafen Sie genug, damit sich die Augen vom Tag erholen können. Und wann immer die Augen jucken und brennen: nicht reiben, nur bewusst blinzeln – und träufeln.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de
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Das geht auch umweltfreundlich – Shoppen im Netz
Weite Lieferwege, haufenweise Verpackungen und lästige Retouren. Jede Online-Bestellung wird zur Umweltsünde – es sei denn, wir beachten ein paar wichtige Regeln. Klicken und kaufen – ganz bequem von zu Hause aus. Shopping im Internet ist für uns selbstverständlich geworden,...
Weite Lieferwege, haufenweise Verpackungen und lästige Retouren. Jede Online-Bestellung wird zur Umweltsünde – es sei denn, wir beachten ein paar wichtige Regeln.
Klicken und kaufen – ganz bequem von zu Hause aus. Shopping im Internet ist für uns selbstverständlich geworden, Waren zurückzuschicken aber auch. 550 Millionen Pakete gingen im Jahr 2025 retour. Ein Rekordhoch! Rücksendungen sind jedoch nicht das einzige (Umwelt-)Problem im Onlinehandel. Hinzu kommen Herstellung, Transport und Plastikmüll. Worauf kommt es also an, wenn wir digital einkaufen?
Gute oder schlechte Stoffe?
Laut Experten beginnt die Umweltbelastung bereits bei der Produktion. Entscheidend ist demnach: Was bestellen wir? Für die Bluse, die zu 100 Prozent aus Polyester besteht und in China gefertigt wurde, gibt es sicherlich klimafreundlichere Alternativen. In Onlineshops, die sich auf nachhaltige Mode spezialisiert haben, finden Sie Kleidung aus recycelten Stoffen, aus Bio-Baumwolle, Leinen oder Hanf. Achten Sie beim Onlineshopping daher am besten auf Siegel wie Fair Wear Foundation, GOTS (Global Organic Textile Standard) oder Der Grüne Knopf. Oder Sie kaufen Second-Hand-Kleidung – der Vintage-Look ist in!
Mit 70 Prozent nehmen Klamotten die Spitzenposition aller Online-Einkäufe ein. Dicht darauf folgen Elektronikartikel (59 Prozent). Auch hier lohnt sich ein Blick in das umfangreiche Refurbished-Angebot. Gebrauchte, aber generalüberholte Geräte mit Garantie erfüllen ihren Zweck genauso wie Neuware – nur nachhaltiger und ressourcenschonender.
Retouren müssen nicht sein
Da wir beim Onlinekauf nichts anprobieren oder testen können, kommt es häufig zu Rücksendungen. Diese müssen verpackt und transportiert werden. Der CO2-Ausstoß dadurch ist enorm. Um dies zu vermeiden, empfiehlt das Umweltbundesamt, Produktbeschreibungen genau zu lesen und Kundenbewertungen zu studieren. Geht es um Kleidung, helfen Größentabellen und Erfahrungsberichte, Fehlkäufe zu minimieren.
Bestellung im Bundle
Zwei oder mehr Artikel auf einmal zu ordern, spart nicht nur Transportwege und Verpackungsmüll, sondern auch Geld. Denn müssen Sie für jedes Teil Versandkosten zahlen, kommt früher oder später ein sattes Sümmchen zusammen. Also versuchen Sie, einzelne Spontankäufe gering zu halten. Am sinnvollsten sind Sammelbestellungen, die Sie für Familie, Freunde oder Nachbarn aufgeben. Ein prallvoller digitaler Warenkorb für alle bedeutet für den Fahrer weniger Wege, Sprit und Zeit – und für die Umwelt ein Aufatmen.
Paket kommt
Maßgeblich für mehr Nachhaltigkeit ist die „letzte Meile“. Gemeint ist die Strecke vom Paketzentrum bis zu Ihrer Wohnungstür. Denn sind Sie nicht zu Hause und können die Sendung nicht in Empfang nehmen, fährt der Lieferdienst meist wieder und versucht am Folgetag erneut, Sie anzutreffen. Warum also die Lieferung nicht direkt an eine Paketstation oder einen Paketshop schicken? Auch die Abstellgenehmigung an einem Wunschort (unterm Carport oder beim Nachbarn), hilft, unnötige Mehrfahrten zu verhindern.
Mehrweg statt Müll
Onlineware ist gut verpackt – in Folie und Plastik. Wie umweltschädigend! Einige Händler bieten mittlerweile Mehrweg-Verpackungssysteme an oder den Versand ohne zusätzliche Umverpackung. Einfach mal nachforschen.
Bewusst Online-Bummeln
Dreh- und Angelpunkt bei Onlinebestellungen ist die Frage: „Brauche ich das wirklich?“ Rabattaktionen wirken zwar verlockend, verleiten aber häufig zu Käufen, die wir schnell wieder bereuen. Wer bewusster konsumiert und Angebote kritisch hinterfragt, shoppt umweltfreundlicher im Netz.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de
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Familie ist … wo wir uns zu Hause fühlen
Familie – das klingt für viele nach vertrauten Bildern: ein gemeinsamer Tisch, Mutter, Vater, Kind(er). Doch wie Familien heute aussehen, ist so vielfältig wie die Menschen selbst. Und genau das ist ihre Stärke. Manche Kinder wachsen mit beiden Eltern auf,...
Familie – das klingt für viele nach vertrauten Bildern: ein gemeinsamer Tisch, Mutter, Vater, Kind(er). Doch wie Familien heute aussehen, ist so vielfältig wie die Menschen selbst. Und genau das ist ihre Stärke.
Manche Kinder wachsen mit beiden Eltern auf, andere mit nur einem Elternteil, mit Großeltern, Bonus-Eltern oder zwei Müttern beziehungsweise zwei Vätern – verheiratet oder unverheiratet. Andere Familien bestehen aus zwei Menschen, die bewusst oder ungewollt ohne Kinder zusammenleben. Es gibt Familien, die über Generationen hinweg zusammenleben, und solche, die sich über mehrere Orte verteilen und trotzdem eng verbunden sind. Was sie eint, ist nicht ihre Form, sondern das Gefühl von Zugehörigkeit.
Lebenswege, die sich verändern
Unser Alltag hat sich gewandelt. Biografien verlaufen heute seltener geradlinig, Beziehungen entwickeln sich neu. Trennungen gehören ebenso dazu wie Neuanfänge. Daraus entstehen Patchwork-Familien, die lernen, miteinander zu wachsen. Das braucht Zeit, Geduld und Offenheit – und zeigt, wie viel Herz in modernen Familien steckt.
Vielfalt gehört dazu
Auch Migration prägt viele Familiengeschichten. Unterschiedliche Sprachen, Traditionen und Erfahrungen kommen zusammen und schaffen neue Routinen. Kinder wachsen selbstverständlich mit Vielfalt auf und lernen früh, dass Familie nicht von Herkunft oder Aussehen abhängt.
Gleichzeitig verändert der demografische Wandel das Zusammenleben. Großeltern sind heute oft länger Teil des Familienalltags, begleiten ihre Enkel intensiv oder leben sogar mit ihnen zusammen. Erfahrung trifft auf Neugier, Gelassenheit auf Lebendigkeit – ein Miteinander, das gegenseitig bereichert.
Zusammenhalt im Alltag
Was all diese Familien verbindet, ist nicht Perfektion. Es ist das Bemühen, füreinander da zu sein. Zuhören, trösten, streiten und sich wieder versöhnen. Familien sind Orte, an denen Kinder Halt finden – und Erwachsene immer wieder neu lernen, was Verantwortung und Nähe bedeuten.
Vielleicht sieht deine Familie anders aus als die der Nachbarn. Vielleicht passt sie in kein klassisches Bild. Und genau das ist in Ordnung. Denn Familie ist kein festes Modell, sondern ein lebendiges Gefüge. Sie verändert sich, wächst, passt sich an – so wie wir selbst.
Familienvielfalt heißt: Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Es gibt euren. Und der zählt.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de
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Rubinflecken – riskant oder harmlos?
Die gute Nachricht zuerst: Diese kleinen roten Pünktchen sind harmlos! Allerdings empfinden viele Menschen sie als optischen Makel. Woher kommen sie und was hilft dagegen? Unsere Haut verändert sich mit den Jahren: Hier und da kommen Fältchen hinzu, Leberflecken, Pigment-...
Die gute Nachricht zuerst: Diese kleinen roten Pünktchen sind harmlos! Allerdings empfinden viele Menschen sie als optischen Makel. Woher kommen sie und was hilft dagegen?
Unsere Haut verändert sich mit den Jahren: Hier und da kommen Fältchen hinzu, Leberflecken, Pigment- und Altersflecken und zu allem Überfluss auch noch diese winzigen roten Punkte oder Knötchen. Sie zeigen sich auf dem Dekolletee, rund um die Brust, im Nacken, auf dem Rücken oder den Innenseiten der Oberarme. Mal sind sie stecknadelkopfklein, die Knötchen bis zu erbsengroß. Solche Rubinflecken, fachmedizinisch Hämangiome oder senile Angiome genannt, sind zwar »nur« ein ästhetisches Problem, können Betroffene aber erheblich stören.
Herkunft (noch) ungewiss
Warum sich Rubinflecken bilden, ist noch nicht endgültig geklärt. So viel weiß man: Es handelt sich um Neubildungen der kleinsten Gefäße in der Haut, der Kapillaren. Sie treten mit zunehmendem Alter auf und dann ganz plötzlich. Sie erscheinen als scharf umgrenzte rote Pünktchen oder als erhabene Knötchen. In letzterem Fall sammelt sich Blut in den Gefäßschlingen und »plustert« diese ein wenig auf. Noch gilt als ungewiss, ob es sich um eine reine »Alterserscheinung« handelt oder die Gene dafür verantwortlich sind. Möglicherweise spielen auch Hormone eine Rolle. Sicher ist jedoch: Rubinflecken schmerzen nicht, verursachen keinen Juckreiz, bilden sich aber auch nicht mehr zurück.
Check beim Hautarzt
Jede Hautveränderung sollte vom Dermatologen abgeklärt werden. Ob mit bloßem Auge oder mithilfe einer Lichtlupe – in der Regel kann er Rubinflecken oder -knötchen schnell und zweifelsfrei erkennen. Nur sehr selten besteht Verdacht auf eine Hauterkrankung und es müssen Gewebeproben entnommen werden. Der professionelle Check ist wichtig, um etwa punktförmige Hauteinblutungen, sogenannte Petechien oder Purpura, auszuschließen. Diese deuten auf eine Blutgerinnungsstörung hin. Da Rubinflecken medizinisch unbedenklich sind, besteht grundsätzlich kein Handlungsbedarf – zumal sie meist unter der Kleidung verschwinden. Dennoch empfinden viele sie als störend, denn auch mit Abdeckcremes lassen sie sich nur schlecht kaschieren. Dann kann der Hautarzt helfen.
Weg damit? Aber bitte sicher!
Regel Nummer eins: Nie selbst an den Flecken oder Knötchen herumdoktern – vor allem die Knötchen bluten schnell, es besteht dann Entzündungsgefahr und außerdem können sich unschöne Narben bilden. Lassen Sie sich in einer dermatologischen Praxis beraten, die auch auf ästhetische Eingriffe spezialisiert ist! Rubinflecken können mithilfe einer Laser- oder Hitzebehandlung entfernt oder auch vereist werden. Der Laser arbeitet mit hochenergetischem, gebündeltem Licht, das in die Haut eindringt, die Blutgefäße verödet und zerstört. Der Körper baut diese anschließend ab. Ähnliche Effekte erzielen durch Strom erzeugte Hitze-Impulse, die sogenannte Elektrokoagulation, oder eine Kryotherapie, welche die Gefäße vereist. Alle Behandlungen dauern nur wenige Minuten und die Haut wird vorher örtlich betäubt. Meist reicht eine Sitzung. Anschließend können sich leichte Schwellungen und Schorf bilden. Daher sollte die Haut gut geschützt und keinesfalls der Sonne ausgesetzt werden. Wichtig zu wissen: Die Behandlungen gelten als ästhetische Eingriffe und werden von der Kasse nicht übernommen.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de
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Weisheitszähne – wann müssen sie raus?
Weisheitszähne sind ein häufiges Thema in der Zahnarztpraxis – und sorgen bei vielen Patienten für Unsicherheit. Nicht jeder Weisheitszahn muss automatisch entfernt werden. Doch wann ist eine Entfernung sinnvoll oder sogar notwendig? Hier finden Sie die wichtigsten Informationen verständlich erklärt....
Weisheitszähne sind ein häufiges Thema in der Zahnarztpraxis – und sorgen bei vielen Patienten für Unsicherheit. Nicht jeder Weisheitszahn muss automatisch entfernt werden. Doch wann ist eine Entfernung sinnvoll oder sogar notwendig? Hier finden Sie die wichtigsten Informationen verständlich erklärt.
Was sind Weisheitszähne überhaupt?
Weisheitszähne sind die letzten Backenzähne im Gebiss. In der Regel brechen sie zwischen dem 17. und 25. Lebensjahr durch. Insgesamt gibt es bis zu vier Weisheitszähne, jeweils einen pro Kieferquadranten.
Bei vielen Menschen ist der Kiefer jedoch zu klein, sodass nicht genügend Platz vorhanden ist. In solchen Fällen bleiben die Zähne ganz oder teilweise im Kieferknochen eingeschlossen oder brechen nur unvollständig durch (teilretiniert).
Wann müssen Weisheitszähne entfernt werden?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht, die Entscheidung wird immer individuell getroffen. Es gibt jedoch typische Gründe, die für eine Entfernung sprechen:
- Platzmangel im Kiefer:
Weisheitszähne können Druck auf die benachbarten Zähne ausüben und zu Zahnverschiebungen führen.
- Fehlstellung im Kiefer:
Liegen die Zähne schräg oder quer, können sie nicht regelrecht durchbrechen und Probleme verursachen.
- Teilweiser Durchbruch (teilretinierte Zähne):
Es entstehen schwer zugängliche Bereiche, in denen sich Bakterien ansammeln können – Entzündungen sind häufig die Folge.
- Wiederkehrende Beschwerden:
Schmerzen, Schwellungen oder ein Druckgefühl im Kiefer sind typische Warnzeichen.
- Karies und Zahnfleischentzündungen:
Durch die erschwerte Reinigung sind Weisheitszähne besonders anfällig, auch benachbarte Zähne können betroffen sein.
- Zystenbildung:
Um nicht durchgebrochene Weisheitszähne können sich Zysten im Kiefer bilden, die den Knochen schädigen und daher eine Entfernung erforderlich machen.
Wann können Weisheitszähne bleiben?
Nicht immer ist ein Eingriff notwendig. Weisheitszähne können im Mund bleiben, wenn:
- sie gerade durchgebrochen sind,
- ausreichend Platz im Kiefer vorhanden ist,
- sie keine Beschwerden verursachen,
- sie sich gut reinigen lassen.
In solchen Fällen kontrolliert Ihr Zahnarzt die Zähne regelmäßig, um mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Wie entscheidet der Zahnarzt?
Die Beurteilung erfolgt nicht nur anhand der Beschwerden, sondern vor allem durch eine gründliche Diagnostik wie klinische Untersuchung des Mundraums, Röntgenaufnahme zur Beurteilung der Lage, Einschätzung von Risiken, z. B. Nähe zu Nervenstrukturen.
Wie läuft die Entfernung ab?
Die Entfernung von Weisheitszähnen ist ein Routineeingriff. Je nach Lage erfolgt sie unter örtlicher Betäubung, auf Wunsch auch mit Sedierung. Der Eingriff dauert meist nicht lange und ist für den Patienten schmerzfrei.
Nach der Behandlung können leichte Schwellungen oder Beschwerden auftreten, die in der Regel nach wenigen Tagen abklingen. Wichtig ist es, sich an die Verhaltenstipps des Zahnarztes zu halten, zum Beispiel:
- körperliche Schonung,
- Kühlung der betroffenen Stelle,
- Verzicht auf Rauchen und Alkohol.
Individuelle Entscheidung ist entscheidend
Ob Weisheitszähne entfernt werden müssen, hängt immer von der persönlichen Situation ab. Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt helfen dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen und die richtige Entscheidung zu treffen.
Wenn Sie unsicher sind oder Beschwerden haben, empfiehlt sich eine individuelle Beratung in Ihrer Zahnarztpraxis. So können mögliche Probleme rechtzeitig erkannt und behandelt werden.
Quelle: Staude GmbH, Oberhausen – www.staude.de
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Kratzer, Stiche, Zipperlein oder mehr?
Der Mai lockt nach draußen: Wanderschuhe schnüren, Beete umgraben, Fahrradtour starten. Herrlich! Doch wo frische Luft und Tatendrang warten, lauern auch Risiken. Gut, wenn du weißt, was im Ernstfall zählt. Zunächst die Basics, die in jeden Rucksack gehören und bei...
Der Mai lockt nach draußen: Wanderschuhe schnüren, Beete umgraben, Fahrradtour starten. Herrlich! Doch wo frische Luft und Tatendrang warten, lauern auch Risiken. Gut, wenn du weißt, was im Ernstfall zählt.
Zunächst die Basics, die in jeden Rucksack gehören und bei der Gartenarbeit in erreichbarer Nähe bereitliegen sollten: sterile Kompressen und Pflaster, eine elastische Binde, Wunddesinfektion, Blasenpflaster, eine Zeckenkarte oder -pinzette, eine Kühlkompresse sowie Einmalhandschuhe. Damit bist du für die häufigsten Zwischenfälle gerüstet. Bevor es dann aber richtig losgeht, prüfe noch deinen Tetanusschutz. Eine Auffrischung steht in der Regel alle zehn Jahre an.
Immer sauber bleiben!
Ein Moment der Unachtsamkeit – schon blutet es. Spüle kleine Verletzungen gründlich mit sauberem Wasser aus. Übe anschließend direkten Druck aus, bis die Blutung stoppt, und decke die Stelle steril ab. Wirkt die Wunde tief oder klafft sie auseinander, lege einen Druckverband an. Lässt sich eine starke Blutung nicht kontrollieren, wähle sofort den Notruf 112.
Achte in den Tagen nach einer Verletzung auf Warnzeichen. Zunehmende Rötung, Wärme, Schwellung, Eiter, Fieber oder rote Streifen auf der Haut. Solche Anzeichen deuten auf eine Infektion hin – dann braucht die Verletzung ärztliche Aufmerksamkeit.
Lieber schützen als öffnen
Neue Wanderschuhe? Langer Spaziergang? Reibung im Schuh solltest du möglichst verhindern. Entsteht dennoch eine Blase, gilt: Ist sie noch geschlossen, lass sie besser in Ruhe. Ist die Haut bereits offen, behandle die Stelle wie eine kleine Wunde und halte sie möglichst sauber. Zeigt sich eine Entzündung, gehört dein Fuß in ärztliche Hände.
PECH für die Gelenke
Ein falscher Tritt auf dem Waldweg und der Knöchel schwillt an. Jetzt hilft die PECH-Regel: Pause, Eis, Compression – also Druckverband – und Hochlagern. Diese Maßnahmen können Schmerzen lindern und die Schwellung reduzieren. Lege Kälte nie direkt auf die Haut und wickle die elastische Binde nicht zu straff.
Steht das Gelenk schief, fühlt es sich instabil an oder kannst du nicht auftreten, solltest du das ärztlich abklären lassen. Bei sichtbarer Fehlstellung, extrem starken Schmerzen oder taubem Kribbeln zählt Tempo – im Zweifel lieber einmal mehr untersuchen lassen.
Harmlos oder heikel?
Bienen- oder Wespenstiche brennen, bleiben aber meist auf die Einstichstelle begrenzt. Kühle die Hautpartie. Bei einem Bienenstich entfernst du den Stachel vorsichtig, ohne ihn zu quetschen.
Anders sieht es aus, wenn Atemnot, Schwindel, Kreislaufprobleme oder juckende Quaddeln am ganzen Körper auftreten. Auch ein Stich im Mund- oder Rachenraum kann gefährlich werden, weil die Schleimhaut anschwillt. In solchen Fällen gilt: Sofort 112 wählen! Bei bekannter Allergie setzt du das verordnete Notfallset nach Plan ein.
Zecken hautnah
Nach Gartenarbeit oder Wanderung lohnt sich ein gründlicher Körpercheck – besonders in Kniekehlen, Leisten, Achseln und am Haaransatz. Entdeckst du eine Zecke, greife sie mit Pinzette oder Zeckenkarte möglichst nah an der Haut und ziehe sie gerade heraus. Nicht quetschen, nicht drehen, keine Experimente mit Öl, Klebstoff oder Hitze.
Beobachte die Einstichstelle in den folgenden Wochen. Bildet sich eine ringförmige, sich ausbreitende Rötung – die sogenannte Wanderröte – oder kommen Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen hinzu, suche ärztlichen Rat.
Nicht immer harmlos
Manche Pflanzen reizen die Haut, andere reagieren in Kombination mit Sonne besonders heftig. Gelangt Pflanzensaft auf deine Haut, wasche die Stelle rasch mit Wasser und Seife ab. Ziehe verschmutzte Kleidung aus, decke die betroffene Region ab und meide direkte Sonneneinstrahlung. Entwickeln sich Blasen oder großflächige Hautreaktionen, sollte ein Arzt draufschauen.
Und wenn etwas Unbekanntes im Mund landet – etwa Pflanzenteile, Dünger oder Schneckenkorn –, kontaktiere ein Giftinformationszentrum. Bei Atemnot, Krampfanfällen oder Bewusstseinsstörungen alarmierst du sofort den Notruf.
Wann du sofort handeln musst
• Nicht stillbare starke Blutung
• Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion (Atemnot, Schwindel, Kreislaufprobleme, Bewusstseinsstörung, Quaddeln am Körper)
• Stich im Mund-Rachen-Raum mit Schwellung
• Verdacht auf Bruch oder deutliche Fehlstellung
• Verwirrtheit oder neurologische Ausfälle.
Alles andere? Meist reichen ein kühler Kopf, saubere Hände und ein griffbereites Notfall-Set. Dann bleibt der Mai das, was er sein soll: ein Monat voller Blüten, Bewegung und kleiner Abenteuer mit Happy End.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de
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5 Mythen über die Blasenentzündung
Warum zieht und zwickt es immer wieder beim Wasserlassen? Und sind wirklich immer nur Frauen betroffen? Über Harnwegsinfektionen kursiert viel Irrglaube. Was ist wahr und wobei handelt es sich nur um ein Gerücht? Wir decken’s auf. 1. Ein reines Frauenleiden....
Warum zieht und zwickt es immer wieder beim Wasserlassen? Und sind wirklich immer nur Frauen betroffen? Über Harnwegsinfektionen kursiert viel Irrglaube. Was ist wahr und wobei handelt es sich nur um ein Gerücht? Wir decken’s auf.
1. Ein reines Frauenleiden.
Stimmt nur insofern, dass Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Jede Dritte hat Erfahrungen mit einer Blasenentzündung. Manche plagen sich damit sogar mehrfach im Jahr. Dass Frauen tendenziell anfällig dafür sind, hat anatomische Gründe. Die weibliche Harnröhre ist zehn Mal kürzer als die männliche. Keime – meist aus dem Darm – gelangen daher ohne große Umwege dahin, wo sie nicht hingehören: in die Blase. Und dort lösen sie die Entzündung aus. Dass Männer grundsätzlich geschützt sind, ist jedoch nicht richtig. Im Alter und wenn die Prostata Probleme macht, lernen auch die Herren der Schöpfung das krampfige Tröpfeln auf der Toilette kennen.
2. Unbedingt ein Antibiotikum nehmen.
Nein, längst nicht immer! Mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, kann aus medizinischer Sicht sogar kontraproduktiv sein. Denn kommen Antibiotika zu häufig zum Einsatz, verlieren sie womöglich ihre Wirksamkeit. Bei einer leichten Blasenentzündung kann auch die Natur helfen: Bärentraube, Goldrute und Kapuzinerkresse spülen die Bakterien nicht nur aus der Blase, sondern töten sie auch zuverlässig ab. Auf natürliche Weise können Sie einer Blasenentzündung sogar vorbeugen, etwa mit Cranberry oder dem Wirkstoff D-Mannose. Fragen Sie danach in Ihrer Apotheke.
3. Blasenentzündung ist »Pipifax«.
Meistens verläuft sie unkompliziert, weil sie sich gut behandeln lässt. Dabei ist jedoch Konsequenz gefragt. Denn wer sich nicht auskuriert, läuft Gefahr, die Keime sozusagen zu »verschleppen«. Eine Zystitis, wie man in der Medizinwelt sagt, kann chronisch werden und fließend in eine Reizblase übergehen. Schlimmstenfalls steigen die Erreger von der Blase zu den Nieren auf. Mit einer Nierenbeckenentzündung ist wahrlich nicht zu spaßen. Bei Flankenschmerzen und Fieber, dazu Blut im Urin, gehen Sie zum Arzt.
4. Mangelnde Hygiene ist schuld.
Im Gegenteil. Denn in Sachen Intimpflege ist oft weniger mehr. Vor allem Frauen glauben, sich mit peniblem Waschen etwas Gutes zu tun. Alkalische Seifen oder Duschgele bringen jedoch das saure Vaginalmilieu aus dem Gleichgewicht. Verwenden Sie lieber spezielle Waschlotionen mit einem niedrigen pH-Wert, angereichert mit Milchsäure oder pflanzlichen Pflegestoffen wie Kamille, Ringelblume oder Hamamelis.
5. Blasenentzündungen sind ansteckend.
Eher nicht. Eine Schmierinfektion über verdreckte Oberflächen ist zwar denkbar, aber selten. Die Gefahr, sich von Mensch zu Mensch anzustecken, ist ebenfalls relativ gering – außer beim Geschlechtsverkehr. Dann sind es allerdings die eigenen Darmbakterien, die bei der Frau eine Blasenentzündung hervorrufen. Die Ursache ist also weniger in der Umwelt zu suchen, sondern in uns selbst. Brennt es bereits in der Blase? Dann verzichtet frau für diese Zeit lieber auf den Liebesakt. Jede Reizung verschlimmert die Beschwerden. Dass sich die Keime auf den Mann übertragen, ist theoretisch denkbar, kommt aber kaum vor.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de
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Urlaub im Kopf – Schutz im Gepäck
Dein Kopf malt schon Meeresrauschen, Eis in der Hand, Sand zwischen den Zehen – jetzt fehlt nur noch der Impfschutz-Check. Mit diesen Tipps startest du noch rechtzeitig und gut vorbereitet in den wohlverdienten Sommerurlaub. Damit aus »endlich Urlaub!« nicht »krank...
Dein Kopf malt schon Meeresrauschen, Eis in der Hand, Sand zwischen den Zehen – jetzt fehlt nur noch der Impfschutz-Check. Mit diesen Tipps startest du noch rechtzeitig und gut vorbereitet in den wohlverdienten Sommerurlaub.
Damit aus »endlich Urlaub!« nicht »krank im Bett?« wird, lohnt sich ein kurzer Plan – am besten sechs bis acht Wochen vor Abreise. Denn manche Impfungen brauchen mehr als einen Termin oder einfach Zeit, bis der Schutz aufgebaut ist.
Erst das Fundament – Standardimpfungen checken
Reiseimpfungen bauen auf dem normalen Impfschutz auf. Wenn bei den Standardimpfungen etwas fehlt, ist das der erste Schritt. Gut zu wissen: Eine begonnene Impfserie wird in der Regel einfach fortgesetzt und nicht neu gestartet, auch wenn dazwischen längere Zeit liegt.
Dann das Reiseziel – und wie du unterwegs bist
Städtetrip oder Rundreise? Viel draußen, viel Natur, einfachere Hygienebedingungen? Genau solche Details sind entscheidend. Reiseimpfungen sind ziel- und risikobasiert – abhängig von Region, Saison, Aufenthaltsdauer und davon, wie hoch die Ansteckungsgefahr ist.
2026 besonders im Blick – durch Mücken übertragene Infektionskrankheiten
Chikungunya klingt wie ein Cocktail. Die Virusinfektion ist aber das Gegenteil von Urlaubsstimmung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für Reisen in Gebiete mit aktuellem Ausbruchsgeschehen – besonders ab 60 Jahren oder bei schweren Grunderkrankungen.
Bei Dengue gilt: Für die meisten Reisenden ist die Impfung nicht automatisch ein »Muss«. Wenn du noch nie Dengue hattest, gibt es keine allgemeine STIKO-Empfehlung zur Impfung. Falls du bereits erkrankt warst, kann die Impfung bei erhöhtem Risiko am Reiseziel jedoch relevant sein.
Gelbfieber – manchmal Einreisevorgabe, immer besonders geregelt
Für manche Länder ist ein Gelbfieber-Impfnachweis Voraussetzung zur Einreise. Die Gelbfieber-Impfung bekommst du nur in einer zugelassenen Gelbfieber-Impfstelle. Plane eine mögliche Immunisierung deshalb frühzeitig ein.
Impfen ist gut – Mückenschutz bleibt Pflichtprogramm
Auch mit Impfungen bleibt konsequenter Schutz wichtig. In der Apotheke bekommst du Insektenschutz mit den Wirkstoffen DEET und Icaridin, die als besonders gut untersucht gelten, und Hilfe beim Zusammenstellen der Reiseapotheke. Lange, helle Kleidung in der Dämmerung oder ein Moskitonetz schützen zusätzlich vor Ort.
Wenn du jetzt startest, hast du im Sommer das beste Gefühl im Gepäck: Vorfreude im Kopf – und ein Schutzplan, der zu deinem Reiseziel passt.
Gut informiert vor der Reise
Aktuelle Infos zu Reise- und Auslandsimpfungen findest du auf www.rki.de · www.stiko.de
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de
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Hirnforschung: Mythos Multitasking
Aufgaben schnell erledigen, am besten alle gleichzeitig – klingt super, oder? Allerdings warnen immer mehr kritische Stimmen und Studien vor Multitasking. Auch stellt sich die Frage, ob unser Gehirn das überhaupt kann? Frühstücken und dabei E-Mails beantworten, kochen und zugleich...
Aufgaben schnell erledigen, am besten alle gleichzeitig – klingt super, oder? Allerdings warnen immer mehr kritische Stimmen und Studien vor Multitasking. Auch stellt sich die Frage, ob unser Gehirn das überhaupt kann?
Frühstücken und dabei E-Mails beantworten, kochen und zugleich telefonieren, fernsehen und am Smartphone shoppen, Auto fahren und Podcast hören … Multitasking bestimmt längst unseren Alltag und betrifft nicht nur »High Performer«, die im Job alles auf einmal managen. Lange hielt man das für super effektiv und ein Zeichen mentaler Fitness. Und wer eins nach dem anderen erledigte, galt als etwas langsam. Heute weiß man: Multitasking ist ein Mythos und das Streben danach gilt eher als Fluch anstatt als Segen. Zahlreiche Studien belegen, dass es die grauen Zellen be- und überlastet und letztlich zum Burn-out führen kann. Schauen wir mal, was da in unserem Gehirn passiert und welche Alternativen es gibt.
Das Gehirn ist kein Computer
Der Begriff Multitasking stammt aus der Informatik und steht für Computer, die mehrere Programme und Aufgaben gleichzeitig ausführen. Viele glaubten, unser Gehirn könne das auch, insbesondere das weibliche … Beides falsch! Hirnforscher sind sich einig, dass wir komplexe Aufgaben nicht parallel erledigen können. Entweder setzt das Gehirn Prioritäten und schiebt weniger Wichtiges in den Hintergrund, zum Beispiel den Podcast beim Autofahren. Oder es wechselt zwischen Aufgaben hin und her. Solche »Task-Switchs« dauern einige Sekunden, die wir oft gar nicht realisieren. Aber sie rauben Energie, verringern die Konzentration und Aufmerksamkeit – vergleichbar mit 0,8 Promille Alkohol im Blut! So zeigen es Studien, bei denen die Hirnaktivitäten der Teilnehmer in verschiedenen Situationen ausgewertet wurden. Unterschiede zwischen Frauen und Männern konnten übrigens nicht festgestellt werden!
Stiller Intelligenz-Killer
Belasten wir unser Gehirn mit ständigem Multitasking, werden vermehrt Stresshormone ausgeschüttet. Es schaltet in den Alarm- und Fluchtmodus. Ein Reflex aus Urzeiten, der uns mal vor Säbelzahntigern schützte. Heute fehl am Platz, wenn Alarm oft nur durch das »Ping« neuer Nachrichten ausgelöst wird. Doch unser Gehirn unterscheidet hier nicht. Mit dieser mentalen Belastung steigt nicht nur die Fehlerquote, der Stress kann auf Dauer in einen Burn-out münden – auch das belegen mittlerweile Untersuchungen. Sie zeigen zudem, dass Multitasking ein Intelligenz-Killer ist, zumindest vorübergehend. In einer Studie des Psychiatrischen Instituts der Universität London sank der IQ der Teilnehmer um zehn Punkte, wenn sie sich unterhielten und zugleich eine E-Mail schrieben.
Eins nach dem anderen
Um unsere grauen Zellen zu entlasten, sollten wir eine Aufgabe nach der anderen angehen. Gar nicht so einfach in unserer schnelllebigen Zeit. Doch Strategien wie die Pomodoro-Technik, benannt nach dem Küchentimer in Tomatenform, können helfen: Einfach den Wecker auf 25 Minuten stellen und nur einer einzigen Aufgabe nachgehen. Es folgen fünf Minuten Pause. Den Ablauf drei Mal wiederholen, dann eine längere Pause einlegen. Das bringt Struktur in den Tag und ins Gehirn. Außerdem sollten wir digital und analog möglichst trennen, etwa in Ruhe die Mahlzeiten genießen und erst danach E-Mails checken. Auch kann hilfreich sein, das Smartphone auf lautlos zu stellen, Push-Nachrichten zu unterdrücken und feste Digitalzeiten am Tag einzuführen. Wir können ja schließlich nicht fernsehen und gleichzeitig Radio hören. Also eins nach dem anderen – damit tun wir uns und unserem Gehirn einen echten Gefallen.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de
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Was Ihre Zunge über Ihre Gesundheit verrät
Die Zunge ist weit mehr als nur ein Muskel zum Sprechen und Schmecken. Veränderungen wie Zungenbelag, Verfärbungen oder Risse können wichtige Hinweise auf Ihren allgemeinen Gesundheitszustand geben. Gerade für Zahnärztinnen und Zahnärzte ist die Zunge deshalb ein wichtiger Bestandteil der...
Die Zunge ist weit mehr als nur ein Muskel zum Sprechen und Schmecken. Veränderungen wie Zungenbelag, Verfärbungen oder Risse können wichtige Hinweise auf Ihren allgemeinen Gesundheitszustand geben. Gerade für Zahnärztinnen und Zahnärzte ist die Zunge deshalb ein wichtiger Bestandteil der Untersuchung.
Zungenbelag: Normal oder ein Warnsignal?
Ein leichter, weißlicher Belag ist meist unbedenklich. Er entsteht durch abgestorbene Zellen, Bakterien und Speisereste.
Kritisch wird es, wenn sich der Belag verändert:
- Dicker weißer Belag: Kann auf eine Pilzinfektion (z. B. Mundsoor) hindeuten.
- Gelblicher oder bräunlicher Belag: Häufig bei Rauchen, kann auch mit Verdauungsproblemen in Verbindung stehen.
- Grauer Belag: Möglich bei bakteriellen Infektionen oder unzureichender Mundhygiene.
Wichtig: Wenn der Belag sich nicht durch Zungenreinigung (z. B. durch einen Zungenschaber oder eine weiche Zahnbürste) entfernen lässt oder länger bestehen bleibt, sollte er zahnärztlich abgeklärt werden.
Verfärbungen der Zunge und ihre Bedeutung
Die Farbe Ihrer Zunge kann viel über Ihre Gesundheit aussagen:
- Blass oder glatt: Hinweis auf Eisen- oder Vitamin-B12-Mangel.
- Knallrot („Himbeerzunge“): Kann bei Infektionskrankheiten wie Scharlach auftreten.
- Schwarze Haarzunge: Meist harmlos, wird oft durch Bakterien, Rauchen oder Medikamente verursacht.
- Rissige Zunge: Häufig genetisch bedingt, kann aber auch mit Nährstoffmangel zusammenhängen.
Gerade ein Vitaminmangel zeigt sich oft frühzeitig im Mundraum – lange bevor andere Symptome auftreten.
Pilzinfektionen im Mund erkennen
Eine häufige Ursache für auffälligen Zungenbelag ist eine Pilzinfektion, meist durch Hefepilze ausgelöst. Typische Anzeichen sind: weißliche, abwischbare Beläge, Rötungen und Brennen auf der Zunge sowie Geschmacksveränderungen. Risikogruppen sind unter anderem Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Diabetiker/-innen und Personen nach einer Antibiotikatherapie. Eine frühzeitige Behandlung ist wichtig, um eine Ausbreitung zu verhindern.
Wann sollten Sie zum Zahnarzt gehen?
Nicht jede Veränderung ist gleich ein Grund zur Sorge – aber einige Signale sollten Sie ernst nehmen:
- Anhaltender Zungenbelag trotz guter Mundhygiene,
- Schmerzen oder Brennen,
- auffällige Verfärbungen oder Veränderungen der Oberfläche,
- dauerhafter Mundgeruch.
Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt kann die Ursache schnell einordnen und bei Bedarf weitere Untersuchungen veranlassen.
Kleine Veränderungen mit großer Aussagekraft
Die Zunge ist ein einfach zugänglicher, aber oft unterschätzter Indikator für Ihre Gesundheit. Wer regelmäßig einen Blick darauf wirft, kann frühzeitig Hinweise auf Zungenbelag, Vitaminmangel oder Pilzinfektionen erkennen. Eine gute Mundhygiene – inklusive Zungenreinigung – ist dabei ein wichtiger erster Schritt.
Im Zweifel gilt: Lassen Sie Veränderungen lieber frühzeitig zahnärztlich abklären. Ihre Zunge verrät oft mehr, als Sie denken.
Quelle: Staude GmbH, Oberhausen – www.staude.de
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Kniearthrose – Hilfe ohne OP
Wenn das Knie schmerzt und steif wird, steckt oft eine Arthrose dahinter. Experten empfehlen vor allem konservative Maßnahmen – allen voran regelmäßige, gelenkschonende Bewegung. Arthrose beginnt oft schleichend. Am Morgen fühlt sich das Knie steif an, die ersten Schritte am...
Wenn das Knie schmerzt und steif wird, steckt oft eine Arthrose dahinter. Experten empfehlen vor allem konservative Maßnahmen – allen voran regelmäßige, gelenkschonende Bewegung.
Arthrose beginnt oft schleichend. Am Morgen fühlt sich das Knie steif an, die ersten Schritte am Morgen fallen schwer. Nach längeren Spaziergängen macht sich ein unangenehmes Ziehen bemerkbar. Bei einer Kniearthrose (Gonarthrose) hat sich der Knorpel abgenutzt, der das Gelenk schützen soll und als natürlicher Stoßdämpfer dient. Die Knochen reiben zum Teil direkt aufeinander.
Kniearthrose ist weit verbreitet. In Deutschland sind rund fünf Millionen Menschen betroffen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko deutlich an. Als mögliche Ursachen gelten frühere Knieverletzungen, Fehlstellungen der Beinachse, Übergewicht sowie genetische Faktoren.
Die gute Nachricht: Laut aktueller medizinischer Leitlinie kann Kniearthrose in vielen Fällen sehr gut konservativ behandelt werden.
Bewegung hält Knie in Schwung
Bewegung ist die wichtigste Therapie bei Kniearthrose. Die Ziele dabei lauten: Schmerzen lindern, Muskulatur stärken und das Gelenk beweglich halten. Besonders empfehlenswert sind knieschonende Aktivitäten wie Radfahren oder Wassergymnastik und zwar für alle Schweregrade der Kniearthrose, auch bei fortgeschrittener Erkrankung. Überlastungen sollten Sie jedoch vermeiden. Die Wirksamkeit der Bewegungstherapie ist wissenschaftlich sehr gut belegt.
Physiotherapie: aktiv statt passiv
Physiotherapie ergänzt die Bewegungstherapie sinnvoll. Sie umfasst Übungen zur Kräftigung, Stabilisierung und Mobilisierung des Kniegelenks und findet in der Regel beim Physiotherapeuten oder im Rahmen einer Rehabilitation statt. Geeignet ist Physiotherapie für leichte bis schwere Formen der Kniearthrose.
Injektionen – Unterstützung auf Zeit
Die neue medizinische Leitlinie empfiehlt Injektionen vor allem dann, wenn das Knie akut entzündet ist und starke Schmerzen Bewegung vorübergehend unmöglich machen. In solchen Fällen können Kortison-Injektionen die Entzündung zügig lindern. Für Hyaluronsäure-Injektionen gibt es jedoch keine klare Empfehlung, da die Studienlage widersprüchlich ist. Auch für die sogenannte PRP-Therapie (Eigenblut) ist der Nutzen noch nicht eindeutig belegt.
Cremes und Gele: erste Wahl aus der Apotheke
Entzündungshemmende Wirkstoffe wie Diclofenac oder Ibuprofen dienen der äußeren Anwendung. Sie können sie als Gel oder Creme direkt auf das Knie auftragen – mehrmals täglich. So lindern Sie Schmerzen zuverlässig. Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich bestätigt. Geeignet sind Cremes und Gele vor allem bei leichten bis mittelschweren Beschwerden. Sie verursachen deutlich weniger Nebenwirkungen als Tabletten.
Tabletten gezielt und zeitlich begrenzt
Reichen Salben nicht aus, stehen Ihnen entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac auch als Tabletten zur Verfügung. Idealerweise in möglichst niedriger Dosis und nur über kurze Zeit. Vorsicht vor Nebenwirkungen: Vor allem Magen-Darm-Beschwerden treten häufig auf, weshalb bei empfindlichen Personen zusätzlich ein Magenschutz sinnvoll ist. Lassen Sie sich in Ihrer Vor-Ort-Apotheke beraten.
Gibt es auch etwas Pflanzliches?
Ja! Naturheilmittel mit Grünlippmuschel oder Glucosamin sind vor allem bei leichten Beschwerden gefragt. Sie gelten als gut verträglich. Über eine knorpelschützende Wirkung wird zwar noch diskutiert. Einen Versuch sind pflanzliche Präparate aber sicherlich wert.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de
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Klar im Kopf
Stress gehabt, wenig geschlafen oder angestrengt nachgedacht. Für einen Brummschädel gibt es etliche Gründe – und zum Glück viele Hilfen. Mit unseren Tipps besiegen Sie den Kopfschmerz und können besser denken. Kräuter mit Köpfchen In der Pflanzenwelt ist mehr als...
Stress gehabt, wenig geschlafen oder angestrengt nachgedacht. Für einen Brummschädel gibt es etliche Gründe – und zum Glück viele Hilfen. Mit unseren Tipps besiegen Sie den Kopfschmerz und können besser denken.
Kräuter mit Köpfchen
In der Pflanzenwelt ist mehr als ein Kraut für den Kopf gewachsen. Mädesüß enthält natürliche Salicylsäure, die wir in synthetischer Form aus klassischen Schmerztabletten kennen. Bei wiederkehrendem Pochen unter der Schädeldecke hat die Phytotherapie ganz bestimmte Mittel zur Vorbeugung: Extrakte aus Mutterkraut und Pestwurz dienen der Migräne-Prophylaxe. Voraussetzung: regelmäßige Einnahme.
Minze macht munter
Pfefferminzöl ist das Naturheilmittel bei Spannungskopfschmerzen par excellence. Enthalten ist ein besonderer Wirkstoff: Menthol kühlt den Hitzkopf herunter, blockiert durch Kältereize die Schmerzrezeptoren und fördert gleichzeitig die Durchblutung in der verkrampften Nacken- und Schultermuskulatur. Dass der frische Duft wach macht, die Sinne stärkt und die Konzentration fördert, sind angenehme Nebeneffekte.
Minzöl gibt es als Aroma-Roll-on in Ihrer Apotheke, es ist praktisch für die Handtasche und jederzeit bereit, falls unterwegs mal der Schädel dröhnt – einfach auf Stirn und Schläfen geben und schon ist der Kopf wieder klar.
Fuß drücken, Kopf befreien
Dieser Kniff stammt aus der Fußreflexzonenmassage: Die Fußsohlen „kneten“, denn dort laufen etliche Nervenbahnen zusammen, die – laut Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) – mit einzelnen Organen und Körperteilen in Verbindung stehen. Obendrein liegen im großen Zeh die Reflexzonen für den Kopf verborgen, die auf Druck reagieren und Entspannungssignale ans Gehirn senden.
Homöopathie fürs Hirn
Es gibt rund 200 verschiedene Arten von Kopfschmerzen. Für ein paar davon hat die Homöopathie ein Mittel, das exakt zum individuellen Beschwerdebild passt: Kopfweh bei Föhnwind und schwülem Wetter soll Gelsemium (Jasminwurzel) lindern. Bereiten Sorgen Kopfzerbrechen, kann Phosphorus (gelber Phosphor) das Gedankenkarussell anhalten. Frauen, die regelmäßig vor oder während der Periode dieses Ziehen in den Schläfen spüren, sollten es mit Cimicifuga (Traubensilberkerze) versuchen. Gesellt sich Übelkeit dazu, ist Nux vomica (Brechnuss) das Mittel der Wahl. Gar nicht so selten kommt der Entspannungskopfschmerz vor, der auftaucht, wenn Stress nachgelassen hat und Zeit für Ruhe ist – etwa am Wochenende. Auch dafür hat die Homöopathie eine Lösung: Iris (Schwertlilie) kann helfen, die wohlverdiente freie Zeit bei klarem Kopf zu genießen.
Luft und Wasser
Bei stickiger Luft in geschlossenen Räumen – zum Beispiel im Büro – fühlt sich der Kopf schnell an wie unter einem viel zu engen Helm. Kein Wunder: Die Fenster sind dicht, wir atmen und der Kohlendioxidanteil steigt. Dem Gehirn fehlt Sauerstoff. Da hilft nur eins: Luft schnappen! Stoßlüften oder besser noch eine Runde um den Block laufen und frischen Wind um die Nase wehen lassen.
Übrigens bereitet uns auch Flüssigkeitsmangel einen dicken Kopf. Daher: Erinnern Sie sich ans Wassertrinken – dafür gibt es sogar eine App.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de
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Vitiligo – weiße Flecken
Wenn sich plötzlich mehr und mehr weiße Flecken auf der Haut zeigen, ist das erst mal ein Schock. Doch zum Glück ist Vitiligo weder gefährlich noch ansteckend – dank medizinischer Unterstützung lässt sich gut mit der Weißfleckenkrankheit leben. Der deutsche...
Wenn sich plötzlich mehr und mehr weiße Flecken auf der Haut zeigen, ist das erst mal ein Schock. Doch zum Glück ist Vitiligo weder gefährlich noch ansteckend – dank medizinischer Unterstützung lässt sich gut mit der Weißfleckenkrankheit leben.
Der deutsche Name lässt keinen Zweifel, worum es geht: Die Weißfleckenkrankheit, von Medizinern Vitiligo genannt, macht sich mit hellen Hautstellen bemerkbar. Dazu kommt es, wenn bestimmte Hautzellen, die Melanozyten, kein Melanin mehr produzieren. Dieses natürliche Pigment verleiht der Haut ihre individuelle Färbung und schützt sie bis zu einem gewissen Grad vor der Sonne. Dort, wo die Melanin-Produktion zum Erliegen kommt, entstehen helle, scharf begrenzte Flecken.
Schon Junge betroffen
Etwa ein bis zwei Prozent der Weltbevölkerung haben Vitiligo – Männer und Frauen gleichermaßen. Erste Anzeichen zeigen sich oft schon früh, meist zwischen dem zehnten und 30. Lebensjahr. Die Erkrankung kann familiär gehäuft auftreten, was auf eine erbliche Veranlagung hinweist.
Unterschiedliche Formen
Medizinisch unterscheidet man zwei Hauptformen. Die häufigste Variante ist die nicht-segmentale Vitiligo, bei der die Flecken symmetrisch an beiden Körperseiten erscheinen, etwa an Knien, Händen und/oder im Gesicht. Seltener ist die segmentale Vitiligo: Sie tritt meist nur einseitig und oft schon im Kindesalter auf, schreitet in der Regel nur kurze Zeit fort und bleibt dann stabil.
Daneben gibt es Mischformen oder seltene Varianten, etwa wenn vor allem behaarte Hautareale betroffen sind. Denn nicht nur die Haut, auch Haare können ihre Farbe verlieren – Wimpern, Augenbrauen oder einzelne Haarsträhnen werden dann weiß.
Immunsystem im Fokus
Vitiligo ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem körpereigene Zellen oder Gewebe angreift – in diesem Fall die Melanozyten. Wie es dazu kommt, ist nicht endgültig geklärt. Neben genetischen Faktoren können Stress, Hautverletzungen, Sonnenbrände und hormonelle Umstellungen eine Rolle spielen.
Die Weißfleckenkrankheit an sich ist weder gefährlich noch ansteckend, aber sie kann belastend sein. Betroffene fühlen sich dann nicht selten stigmatisiert oder ausgegrenzt. Und auch andere Probleme kann die Erkrankung mit sich bringen. Zum einen sind die hellen Hautstellen besonders anfällig für Sonnenbrand. Sonnenschutz mit geeigneter Kleidung und Cremes mit hohem Lichtschutzfaktor sind deshalb ein Muss. Zum anderen kann Vitiligo gemeinsam mit anderen Autoimmunerkrankungen auftreten, zum Beispiel einer Schilddrüsenentzündung oder kreisrundem Haarausfall.
Wirksame Behandlungen
Zwar ist Vitiligo nicht heilbar, doch es gibt Therapien, die die Ausbreitung bremsen oder die Rückbildung der Pigmente fördern können. Beispielsweise helfen Cremes mit Kortison oder Calcineurin-Inhibitoren in bestimmten Fällen, die Entzündung zu dämpfen. Im Rahmen einer Lichttherapie wird mithilfe von UV-Bestrahlungen versucht, die Pigmentzellen zur Neubildung von Melanin anzuregen; auch Laser werden zu diesem Zweck eingesetzt. All diese Behandlungen gehören in ärztliche Hand.
Der Seele schmeicheln
Wer sehr unter den weißen Flecken leidet, profitiert oft vom Austausch mit anderen Betroffenen in einer Selbsthilfegruppe; in manchen Fällen kann ratsam sein, psychologische Hilfe einzuholen. Und schließlich schenkt ein gepflegtes Äußeres mehr Sicherheit und Selbstbewusstsein: Spezielles Camouflage-Make-up deckt die Flecken ab, Selbstbräuner sorgt für ein gleichmäßigeres Hautbild.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de
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Meteoropathie: Immer dieses Wetter
April, April, der weiß nicht, was er will – und schlägt uns mächtig auf Kopf und Kreislauf. Was tun? Gestern noch lausig kalt und teilweise Straßenglätte. Heute überraschend mild, ein laues Lüftchen weht und sogar die Sonne lugt hervor. Der...
April, April, der weiß nicht, was er will – und schlägt uns mächtig auf Kopf und Kreislauf. Was tun?
Gestern noch lausig kalt und teilweise Straßenglätte. Heute überraschend mild, ein laues Lüftchen weht und sogar die Sonne lugt hervor. Der April zeigt sich wie so oft von seiner wechselhaften Seite. Die häufigen Temperaturumschwünge machen vielen von uns zu schaffen. Genauer gesagt: Jeder Zweite von uns bezeichnet sich selbst als wetterfühlig und klagt über Beschwerden. Alles Einbildung?
Turbulente Temperaturen
Experten meinen, Wetterfühligkeit sei weder Unsinn noch eine Krankheit. Meteoropathie, wie dieses Phänomen fachlich heißt, hängt vielmehr mit einer körperlichen Wahrnehmung zusammen. Auf veränderte Luftdruckverhältnisse reagieren viele von uns mit Müdigkeit und Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Schwindel. Gereizte Stimmung und eine Laune wie sieben Tage Regenwetter kommen hinzu, wenn auf Sonnenschein plötzlich wieder Hagel und Sturm folgen. Den Wechsel von einem Hoch zum Tief erlebt so mancher Wetterfühlige mit Kopfschmerzen. Und unter dem Föhnwind, der im Frühjahr vor allem im Alpengebiet wieder häufiger zu Gast ist, leiden vor allem Migränepatienten. Wer sich derart schlecht fühlt, wenn das Außenthermometer mal wieder Achterbahn fährt, hat schnell den Eindruck: Das Wetter ist schuld. Doch das stimmt so nicht.
Sensibles Nervensystem
Vielmehr scheint unser vegetatives Nervensystem seine Finger im Spiel zu haben. Dieses Steuerzentrum in unserem Gehirn und Rückenmark regelt Atmung, Blutdruck und Herzschlag. Noch dazu scheint es feine Antennen für herannahende Wetterveränderungen zu haben. Dass der Puls zu rasen beginnt, sobald eisiger Graupel in warmen Fallwind übergeht, ist also keine Seltenheit. Manche Wettersensitive spüren das aufkommende Gewitter bereits vor dem ersten Blitz und Donner. Dann dröhnt es unter den Schläfen und Schwummrigkeit macht sich im Kopf breit. Bei diesen ständigen Aufs und Abs von frostig-kalt zu schwül und drückend kommt das Zentralnervensystem eben nur schwer mit. Gerät es ins Stolpern, ist unser Wohlbefinden beeinträchtigt. Der Körper braucht nun mal eine Weile, um sich einer neuen Wetterlage anzupassen. Also helfen wir ihm dabei. Aber wie?
Biowetter beobachten
Aus der Medizinmeteorologie ist das sogenannte Biowetter entstanden. Es zeigt Zusammenhänge zwischen aktueller Wetterlage und möglichen gesundheitlichen Auswirkungen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gibt regelmäßige Gefahrenindizes für Wetterfühlige heraus. Daher: Biowetter-Prognosen im Auge behalten und die guten Ratschläge befolgen.
Denn Klimatologen sind der Ansicht, Meteoropathie sei eine Folge unseres (sitzenden) Lebens in vier Wänden. Wer sich stattdessen viel an der frischen Luft bewegt und den unterschiedlichen Einflüssen der Natur aussetzt, bereitet sich und seinen Körper optimal auf Wetterumschwünge vor. Auch ein gezieltes Training hilft: Wechselduschen – von warm zu kalt – bringen Durchblutung und Kreislauf in Schwung. Das zentrale Nervensystem profitiert außerdem von ausreichend Schlaf, gesunder Ernährung mit überwiegend pflanzlicher Frischkost und einer täglich angemessenen Trinkmenge von mindestens 1,5 Litern. Dazu Entspannungsübungen wie Yoga oder Meditation zur Stärkung Ihres inneren Gleichgewichts. Im Notfall sind homöopathische Komplexmittel einen Versuch wert. Die Tropfen aus Ihrer Apotheke sollen wetterbedingte Beschwerden lindern – damit auf Regen ganz schnell wieder Sonnenschein folgt.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de
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Zahnimplantate – feste Zähne für ein sicheres Gefühl
Fehlende Zähne können nicht nur das Aussehen verändern, sondern auch das Kauen, Sprechen und das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigen. Zahnimplantate bieten heute eine moderne, langlebige Lösung, um Zahnlücken zu schließen – funktional, ästhetisch und nah am natürlichen Zahn. Was ist ein...
Fehlende Zähne können nicht nur das Aussehen verändern, sondern auch das Kauen, Sprechen und das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigen. Zahnimplantate bieten heute eine moderne, langlebige Lösung, um Zahnlücken zu schließen – funktional, ästhetisch und nah am natürlichen Zahn.
Was ist ein Zahnimplantat?
Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Zahnwurzel, die in den Kieferknochen eingesetzt wird. Meist besteht sie aus Titan, alternativ auch aus Keramik und dient als stabile Basis für den späteren Zahnersatz, zum Beispiel eine Krone, Brücke oder Prothese.
Das Besondere: Das Implantat verbindet sich während der Einheilphase fest mit dem Knochen – ein Prozess, der als Osseointegration bezeichnet wird. Dadurch entsteht ein stabiler Halt, der dem eines natürlichen Zahns sehr nahekommt.
Wie läuft eine Implantat-Behandlung ab?
Viele Patientinnen und Patienten fragen sich, was genau bei einer Implantation passiert. Der Ablauf ist in der Regel gut planbar.
Ein typischer Ablauf ist:
- Beratung und Planung: Untersuchung, Röntgen oder 3D-Planung.
- Implantation: Einsetzen des Implantats unter lokaler Betäubung.
- Einheilphase: Dauer meist etwa 2 bis 6 Monate, in denen das Implantat fest mit dem Knochen verwächst.
- Versorgung mit Zahnersatz: Befestigung der Krone oder Prothese.
Die Behandlung ist heute dank moderner Technik schonend und meist deutlich weniger belastend, als viele vermuten.
Ist die Behandlung schmerzhaft?
Während des Eingriffs selbst spüren Sie durch die Betäubung in der Regel keine Schmerzen. Nach der Behandlung kann es zu leichten Schwellungen oder Druckgefühlen kommen, die jedoch meist gut behandelbar sind und schnell abklingen.
Welche Vorteile bieten Zahnimplantate?
Zahnimplantate zählen zu den hochwertigsten Versorgungen in der modernen Zahnmedizin. Sie bieten:
- ein natürliches Aussehen und Gefühl,
- festen Halt beim Kauen und Sprechen,
- Erhalt gesunder Nachbarzähne, da kein Beschleifen notwendig ist,
- Schutz des Kieferknochens, da dieser weiterhin belastet wird.
Im Alltag bedeutet das für viele Patientinnen und Patienten: wieder unbeschwert lachen, sicher sprechen und kraftvoll zubeißen.
Wie lange halten Implantate?
Bei guter Pflege haben Zahnimplantate eine sehr hohe Erfolgsquote von über 95 %. Die durchschnittliche Haltbarkeit liegt häufig bei 15 bis 20 Jahren, oft auch deutlich länger. Unter optimalen Bedingungen können Implantate sogar ein Leben lang halten.
Wichtig zu wissen: Während das Implantat selbst sehr langlebig ist, kann der darauf befestigte Zahnersatz (z. B. die Krone) im Laufe der Zeit erneuert werden müssen.
Für eine lange Haltbarkeit entscheidend sind:
- eine sorgfältige tägliche Mundhygiene,
- regelmäßige Kontrolluntersuchungen,
- professionelle Zahnreinigungen,
- gesunde Lebensgewohnheiten (z. B. Nichtrauchen).
Für wen sind Implantate geeignet?
Grundsätzlich kommen Implantate für viele Patientinnen und Patienten infrage. Voraussetzung sind unter anderem ausreichend vorhandener Kieferknochen, ein gesundes Zahnfleisch und eine gute Mundhygiene.
Auch bei eingeschränktem Knochenangebot gibt es heute moderne Möglichkeiten wie den Knochenaufbau. Individuelle Faktoren, wie bestimmte Vorerkrankungen oder Rauchen, werden im Vorfeld sorgfältig berücksichtigt.
Eine langfristige Lösung für mehr Lebensqualität
Zahnimplantate sind eine sichere und bewährte Möglichkeit, fehlende Zähne zu ersetzen. Sie verbinden Funktion, Ästhetik und Komfort auf hohem Niveau und tragen dazu bei, die natürliche Lebensqualität wiederherzustellen. Ein persönliches Beratungsgespräch in Ihrer Zahnarztpraxis hilft Ihnen, die für Sie passende Lösung zu finden.
Quelle: Staude GmbH, Oberhausen – www.staude.de
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Erst das Huhn, dann das Ei
Die Kunst am Ei hat Hochsaison. Unzählige Hühnerprodukte werden in diesen Tagen wieder bunt gefärbt und hübsch verziert. Zeit für ein paar Zahlen und Fakten rund um die gackernden Osterboten und ihre Erzeugnisse. Haufenweise Hühner Hühner gibt’s wie Sand am...
Die Kunst am Ei hat Hochsaison. Unzählige Hühnerprodukte werden in diesen Tagen wieder bunt gefärbt und hübsch verziert. Zeit für ein paar Zahlen und Fakten rund um die gackernden Osterboten und ihre Erzeugnisse.
Haufenweise Hühner
Hühner gibt’s wie Sand am Meer – jedenfalls sind es sehr viele. 34 Millionen leben auf der Erde. Damit ist das Huhn das häufigste Wirbeltier weltweit. Von 180 Rassen allein in Deutschland eignen sich Leghorn-Hühner am besten für die Haltung. Sie gelten als pflegeleicht und legefreudig. Araucana-Hühner auch, sie legen sogar grüne Eier.
Übrigens ist zum Trend geworden, Hühnern im eigenen Garten ein Zuhause zu geben. Seit der Coronapandemie hat die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen einen Anstieg um 25 Prozent registriert. Die Hauptmotivation dafür lautet: Immer Eier von glücklichen Hühnern!
Jeden Tag ein Ei im Nest zu hinterlassen, liegt allerdings nicht unbedingt in der Natur des Huhns. Die Urform bringt nur maximal 15 Eier im Jahr zustande.
Apropos Vorfahren: Wussten Sie, dass die Erblinie der Hühner bis in die früheste Erdgeschichte zurückgeht? Unsere heutigen Gackertiere, da sind sich Forscher einig, stammen direkt von den Dinosauriern ab. In seiner Knochen- und Kollagenstruktur ist das Huhn dem T-Rex ähnlicher als jedes andere Tier. Ein lebendes Fossil also, das eines der gesündesten Lebensmittel überhaupt hervorbringt. Das Ei steckt voller Leben!
Schatz unter der Schale
Nahezu alle Vitamine – außer Vitamin C – sind im Ei enthalten, auch solche, von denen wir in der Regel zu wenig bekommen: Vitamin D für ein intaktes Immunsystem, stabile Knochen und starke Nerven; oder auch Vitamin B12, das an fast allen Stoffwechselfunktionen beteiligt ist. Und in Sachen Mineralstoffe und Spurenelemente ist das Ei ohnehin eine wertvolle Schatzkiste: Calcium, Eisen, Folsäure, Zink – alles, was wir zum Gesundbleiben brauchen, produziert die Henne binnen 24 Stunden.
Gesünder als der Ruf
Eisern hält sich das Vorurteil, Eier seien Cholesterinbomben. Das stimmt aber nur oberflächlich betrachtet. Rund 200 Milligramm pro Ei sind zwar kein Pappenstiel. Gleichzeitig aber verbirgt sich eine Substanz im Dotter, die wie eine natürliche Cholesterinbremse wirkt. Lecithin hilft, Blutfette zu senken und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern. Außerdem gilt es als Treibstoff fürs Gehirn, es fördert das Denken und hält den Geist wach.
Bye bye, braunes Ei?
Noch können wir vor dem Eier-Regal wählen – aber wie lange noch? Der Bundesverband der deutschen Eiererzeuger rechnet damit, dass in etwa zehn Jahren die Schalenfarbe ein Einheits-Weiß sein wird. Der Grund ist rein wirtschaftlicher Natur: Denn Hühner, die genetisch bedingt Eier mit heller Schale produzieren, leben und legen länger. Bereits heute hat sich der Anteil brauner Eier in den Supermärkten halbiert und liegt derzeit nur noch bei 30 Prozent. Statistisch gesehen mögen ältere Konsumenten lieber ein braunschaliges Frühstücksei. Den Jüngeren ist die Farbe egal, für sie steht die artgerechte Haltungsform im Vordergrund.
Bio bevorzugt
Rund 230 Eier köpft jeder von uns im Jahr. Eine stattliche Zahl! Grund genug, um zu hinterfragen, aus welchem Stall sie kommen. Achten Sie erstens auf Regionalität, zweitens auf die Haltungsform – beides erkennbar am Stempel auf der Schale. Beginnt der Code mit „0“? Bravo! Dann haben Sie ein Bio-Ei von Hühnern, die Freiland und Biofutter genießen dürfen. So richtig glücklich sind die Hühner, deren Gelege eine Verbandszertifizierung wie Bioland, Demeter oder Naturland hat. Solche Siegel garantieren außerdem, dass keine männlichen Küken für die Produktion sterben müssen und sie fordern die Aufzucht von Bruderhähnen – für mehr Tierwohl.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de
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Gesucht: Hilfe im Haushalt
Nach einer Operation, bei Krankheit oder während einer Kur – wenn Sie Aufgaben in Haushalt und Familie nicht mehr allein bewältigen können, haben Sie Anspruch auf Hilfe. Wann zahlt die Kasse und was müssen Sie beachten? Putzen, waschen, kochen, einkaufen,...
Nach einer Operation, bei Krankheit oder während einer Kur – wenn Sie Aufgaben in Haushalt und Familie nicht mehr allein bewältigen können, haben Sie Anspruch auf Hilfe. Wann zahlt die Kasse und was müssen Sie beachten?
Putzen, waschen, kochen, einkaufen, Kinder in die Kita bringen … Es gibt Situationen im Leben, in denen wir das einfach nicht mehr schaffen. Sind die Gründe medizinisch bedingt, akut und/oder zeitlich begrenzt, können gesetzlich Versicherte bei der Krankenkasse eine Haushaltshilfe beantragen. Möglich ist das etwa nach einer größeren Operation, bei Verschlimmerung einer Erkrankung, stark belastenden Behandlungen wie einer Chemotherapie, Risikoschwangerschaft oder auch im Fall einer Reha. Damit Hilfe möglichst schnell zur Stelle ist und alles reibungslos läuft, gibt es einiges zu beachten. Was genau?
Wann sollte ich aktiv werden?
Nicht warten, bis Ihnen das Chaos über den Kopf wächst! Sobald absehbar ist, dass Sie Unterstützung brauchen werden – etwa, weil eine planbare OP oder ein längerer Reha-Aufenthalt ansteht – sollten Sie mit dem behandelnden Arzt sprechen. Er muss eine Notwendigkeitsbescheinigung ausstellen, die Sie zusammen mit dem Antrag auf eine Haushaltshilfe bei Ihrer Kasse einreichen. Müssen Sie ins Krankenhaus, sollte im Entlass-Management auch eine Haushaltshilfe eingeplant sein. Und wer besondere Bedürfnisse hat – etwa wegen kleiner Kinder –, klärt das am besten frühzeitig mit der Krankenkasse. Ansonsten können Sie den Antrag einfach online über die Website der Kasse stellen.
Was leistet eine Hilfe, was nicht?
Zu den Aufgaben einer Haushaltshilfe gehören neben Kochen, Einkaufen, Putzen, Waschen und Bügeln auch Kinderbetreuung und Säuglingspflege. Nicht zu den Aufgaben gehören hingegen Gartenarbeiten, Tierbetreuung, umfassende Grundreinigungen, Entrümpelungen oder auch pflegerische Maßnahmen. Letztere werden über die Pflegekasse geregelt. Manchmal übernehmen Haushaltshilfen auch die Begleitung zu Arztterminen oder Behördengängen – das muss aber individuell mit der Kasse ausgehandelt werden.
Wie finde ich die richtige Person?
Tägliche Hilfe im Haushalt ist eine Kompetenz- und auch eine Vertrauensfrage, insbesondere wenn es um Kinderbetreuung geht. Bei der Suche nach der geeigneten Person unterstützt Sie die Kasse. Sie vermittelt Anbieter, etwa Wohlfahrtsverbände oder örtliche Sozialstationen, und schließt meist auch die Verträge ab. Einige Kassen haben auch eigene Anbieter unter Vertrag. Zudem können Angehörige und Freunde als Haushaltshilfe einspringen. Dafür gibt es in der Regel einen Stundensatz von der Kasse oder finanzielle Entschädigung, zum Beispiel für Verdienstausfall bei unbezahltem Urlaub zur Zeit der Hilfeleistungen. Das variiert jedoch von Kasse zu Kasse. Gut zu wissen: Meist rechnet die Kasse dann mit dem Versicherten ab und er muss alles Weitere selbst regeln.
Wie lange gibt es Unterstützung?
In der Regel bewilligt die Kasse eine Haushaltshilfe für bis zu vier Wochen, maximal auf Basis von Acht-Stunden-Tagen. In Ausnahmefällen, wenn Kinder unter zwölf Jahren oder behinderte Kinder im Haushalt leben, kann die Unterstützung auf bis zu 26 Wochen ausgedehnt werden.
Welche Kosten kommen auf mich zu?
Generell ist eine Zuzahlung erforderlich, wie auch bei Medikamenten oder Kuraufenthalten. Sie beträgt mindestens fünf und höchstens zehn Euro pro Tag – außer bei Schwangerschaft und Entbindung oder wenn Betroffene von der Zuzahlung befreit sind.
Sonderfall: Pflegefall
Sie sind nicht akut erkrankt, verfügen aber über einen Pflegegrad und brauchen zusätzlich zur Pflege auch Hilfe im Haushalt? Dann können Sie diese folgendermaßen finanzieren: Mit Pflegegrad eins steht Ihnen ein Entlastungbeitrag (derzeit 131 Euro pro Monat) zur Verfügung. Ab Pflegegrad zwei können Betroffene das Budget für Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege auch in eine Haushaltshilfe investieren.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de
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Psychologie: Wie die Zeit vergeht
Weihnachten war gefühlt gestern, nun ist schon bald wieder Ostern … Die Monate und Jahre rasen dahin! So empfinden es vor allem ältere Menschen, und das ist mehr als reine Einbildung. Gehen Sie mit uns auf eine Zeitreise! Früher hätten...
Weihnachten war gefühlt gestern, nun ist schon bald wieder Ostern … Die Monate und Jahre rasen dahin! So empfinden es vor allem ältere Menschen, und das ist mehr als reine Einbildung. Gehen Sie mit uns auf eine Zeitreise!
Früher hätten wir diese Redewendung milde belächelt: »Kinder, wie die Zeit vergeht …« Heute spricht sie uns aus der Seele. So mancher fühlt sich in einer Zeitmaschine gefangen und fragt sich besorgt: »Verfliegen die Jahre im Alter immer schneller? Geht mir kostbare Zeit verloren?« Dabei kann Zeit doch gar nicht schneller, langsamer oder gar verloren gehen – oder vielleicht doch?
Was sagt die Forschung?
Grundsätzlich ist Zeit eine feste Größe: Jedes Jahr hat 365 Tage, alle vier Jahre einen mehr, und jede Stunde dauert 60 Minuten. Dennoch geben in einer britischen Studie 77 Prozent der Erwachsenen an, dass Weihnachten jedes Jahr (gefühlt) schneller vor der Tür steht. Kinder hingegen empfinden es als Ewigkeit. Neurowissenschaftler und Psychologen haben herausgefunden, warum wir Zeit in verschiedenen Lebensphasen so unterschiedlich wahrnehmen und wie wir dem Gefühl der verlorenen Zeit entgegenwirken können.
Emotionen verlängern das Zeitgefühl
Unsere ersten drei Lebensjahrzehnte stecken voller neuer Erlebnisse: der erste Schultag, die erste Liebe, der erste Job … Das hält unser Gehirn ordentlich auf Trab und wird als Erinnerung gespeichert. Die Fülle der Ereignisse sorgt dafür, dass wir diese Phase in der Rückschau als besonders intensiv und »lange« empfinden. Dabei spielt der Hippocampus, unser Archiv im Gehirn, eine wichtige Rolle. Hier werden Ereignisse mit Zeit und Ort hinterlegt. Der präfrontale Cortex, eine weitere Hirnregion, bewertet sie und versieht sie mit Emotionen. Je mehr neue, spannende und emotional bewegende Ereignisse gespeichert sind, desto erfüllter und länger erscheint die Zeit.
Gehirn auf Autopilot
Die nachfolgenden drei Jahrzehnte – von 40 bis 70 – sind hingegen mehr von Routinen geprägt, im Job, in der Familie und im Alltag. Nehmen wir das Autofahren als Beispiel: Waren die ersten Touren mit dem frischen Führerschein noch richtig aufregend, fahren wir jetzt ohne nachzudenken, quasi mit Autopilot. Solche Routinen sorgen dafür, dass unser Gehirn weitgehend abschaltet und diese Phase mit wenig Erinnerungen und Emotionen verbunden ist. Da herausragende Ereignisse seltener sind, vergeht die Zeit tatsächlich wie im Flug, erscheint im Rückspiegel wenig bedeutsam und daher schneller vergänglich. Das Gefühl der Vergänglichkeit beunruhigt vor allem Menschen um die 60 und kann sogar in eine Altersdepression münden. Zum Glück gibt es Auswege aus dem Zeit-Dilemma.
Ruhestand bedeutet nicht Stillstand
Psychologen raten, die kommenden Lebensjahre mit reichlich neuen Inhalten zu füllen und den Ruhestand aktiv zu gestalten: reisen, eine Sprache lernen, Koch-, Mal- oder Tanzkurse besuchen. Nicht so Ihr Ding? Dann ist ebenso hilfreich, Ihre Routinen zu durchbrechen. Öfter mal vom Auto aufs Rad umsteigen, beim Spazierengehen neue Wege erkunden oder in einem anderen Supermarkt einkaufen als gewöhnlich. Genießen Sie Alltagsmomente ganz bewusst: den Kaffeeduft am Morgen, das Wasserrauschen unter der Dusche, das Zwitschern der Vögel, wenn Sie das Fenster öffnen … Auch kleine Achtsamkeiten bieten dem Gehirn neue Ereignisse, die gespeichert werden und uns jeden Tag bewusster (und länger) erleben lassen. Um verlorene Zeit müssen wir uns dann nicht mehr sorgen.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de
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Warum Mundatmung Probleme machen kann
Viele Menschen atmen ganz selbstverständlich durch den Mund – tagsüber bei Anstrengung oder nachts im Schlaf. Was harmlos wirkt, kann jedoch langfristig spürbare Auswirkungen auf Zähne, Zahnfleisch und die allgemeine Gesundheit haben. Die Nasenatmung ist aus medizinischer Sicht der „Normalzustand“....
Viele Menschen atmen ganz selbstverständlich durch den Mund – tagsüber bei Anstrengung oder nachts im Schlaf. Was harmlos wirkt, kann jedoch langfristig spürbare Auswirkungen auf Zähne, Zahnfleisch und die allgemeine Gesundheit haben. Die Nasenatmung ist aus medizinischer Sicht der „Normalzustand“. Wird dauerhaft durch den Mund geatmet, lohnt sich ein genauerer Blick.
Die Nase – ein unterschätztes Schutzsystem
Unsere Nase übernimmt wichtige Funktionen: Sie filtert Staub, Pollen und Keime aus der Luft, erwärmt und befeuchtet die Atemluft und unterstützt eine gesunde Sauerstoffaufnahme. Beim Atmen durch den Mund entfällt dieser natürliche Schutzmechanismus. Die Luft gelangt ungefiltert und trocken in den Rachenraum. Das hat Folgen.
Trockener Mund, höheres Kariesrisiko
Speichel ist ein entscheidender Schutzfaktor für unsere Zähne. Er neutralisiert Säuren, spült Speisereste weg und liefert Mineralstoffe zur Remineralisierung des Zahnschmelzes.
Wer häufig durch den Mund atmet, leidet oft unter:
· Mundtrockenheit (Xerostomie),
· vermehrtem Zahnbelag,
· erhöhtem Kariesrisiko,
· entzündetem Zahnfleisch.
Die trockene Mundschleimhaut bietet Bakterien ideale Bedingungen. Gerade nachts bleibt eine Mundatmung oft unbemerkt. Die Zähne sind dann über Stunden weniger geschützt.
Auswirkungen auf Zahnstellung und Kieferentwicklung
Besonders bei Kindern kann eine dauerhafte Mundatmung die Entwicklung des Kiefers beeinflussen. Wenn die Lippen nicht geschlossen sind und die Zunge nicht am Gaumen anliegt, fehlt ein wichtiger Wachstumsreiz.
Mögliche Folgen können sein:
· Schmalkiefer oder hoher Gaumen,
· Fehlstellungen der Zähne,
· erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine kieferorthopädische Behandlung.
Die richtige Zungenposition – oben am Gaumen – unterstützt die natürliche Entwicklung des Oberkiefers. Bei Mundatmung liegt die Zunge häufig unten im Mundraum.
Zusammenhang mit Schnarchen und Schlafqualität
Mundatmung tritt oft im Zusammenhang mit verstopfter Nase, Allergien oder vergrößerten Mandeln auf. Besonders nachts kann sie Schnarchen begünstigen, zu unruhigem Schlaf führen und die Sauerstoffversorgung beeinträchtigen. Eine gestörte Schlafqualität wirkt sich wiederum auf Konzentration, Leistungsfähigkeit und allgemeines Wohlbefinden aus.
Woran erkennt man Mundatmung?
Typische Anzeichen sind:
· häufig geöffneter Mund in Ruhe,
· trockene Lippen,
· morgendliche Halsschmerzen,
· vermehrte Karies trotz guter Zahnpflege
Bei Kindern kann zusätzlich eine „offene Mundhaltung“ auffallen.
Was kann man tun?
Zunächst sollte die Ursache geklärt werden. Häufige Gründe sind: eine chronisch verstopfte Nase, Allergien, eine Nasenscheidewandverkrümmung oder vergrößerte Rachenmandeln.
Je nach Befund kann eine Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt, HNO-Arzt oder Kieferorthopäde sinnvoll sein. In manchen Fällen helfen Atemübungen oder sogenannte myofunktionelle Therapien, um die Nasenatmung zu fördern und die Muskulatur im Mundbereich zu stärken.
Wer Anzeichen für eine Mundatmung bei sich oder seinem Kind bemerkt, sollte dies abklären lassen. Eine frühzeitige Behandlung kann helfen, langfristige Folgen zu vermeiden.
Quelle: Staude GmbH, Oberhausen – www.staude.de
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Sanfte Therapien
Wer’s im Kreuz hat, hegt nur einen Wunsch: Endlich wieder aufrecht stehen und schmerzfrei sitzen. Was hilft also schnell und schonend? Alternative Therapien – statt Tabletten und Operationen – gibt’s viele. Wir geben Ihnen einen Überblick. Chiropraktik – gezielte Handgriffe...
Wer’s im Kreuz hat, hegt nur einen Wunsch: Endlich wieder aufrecht stehen und schmerzfrei sitzen. Was hilft also schnell und schonend? Alternative Therapien – statt Tabletten und Operationen – gibt’s viele. Wir geben Ihnen einen Überblick.
Chiropraktik – gezielte Handgriffe
Der Volksmund sagt „Einrenken“. Nur mit seinen Händen kann ein Chiropraktiker Blockaden lösen und die Beweglichkeit der Gelenke und Wirbel wiederherstellen. Er setzt dabei gezielte Impulse, sogenannte Justierungen, um den Druck zu nehmen, die Nerven zu entlasten und dem Körper zu helfen, sich selbst zu regulieren. Diese manuelle Therapieform stammt aus den USA, entwickelt hat sie der Naturheilkundige Daniel David Palmer Ende des 19. Jahrhunderts. Wissenschaftlich erwiesen ist seine Methode nicht. Dennoch berichten viele Rückenschmerz-Geplagte, dass sie sich nach der Behandlung wie „entknotet“ fühlen. Wer das sanfte Knacken also mag, sollte sich ruhig mal auf die Liege eines Chirotherapeuten legen, am besten bei einem Arzt mit dieser Zusatzausbildung.
Osteopathie – den Körper als Ganzes sehen
Muskeln, Gelenke, Organe, Faszien und Nerven – sie alle stehen miteinander in Verbindung. Störungen können in sämtliche Bereiche des Körpers ausstrahlen – etwa in den Rücken –, obwohl die Quelle des Schmerzes ganz woanders liegt. Ein Osteopath kann den Ursprungsort ertasten und setzt genau dort an, um so die körpereigene Regulation zu fördern.
Die Grundidee der Osteopathie stammt vom amerikanischen Arzt Andrew Taylor, der die Methode Ende des 19. Jahrhunderts auf den Weg brachte. Heute dürfen osteopathische Behandlungen nur von Ärzten oder Heilpraktikern mit entsprechender Zusatzausbildung durchgeführt werden. Einige Krankenkassen beteiligen sich bei ärztlicher Verordnung an den Kosten. Studien zeigen zwar eine Besserung von Rückenschmerzen, die zugrunde liegenden Wirkmechanismen sind jedoch nicht eindeutig geklärt.
Thermotherapie – wohltuende Wärme
Wärme ist Balsam für die Muskeln, das wussten schon Menschen in der Antike. Seit jeher nutzen wir Bäder, heiße Steine und Umschläge gegen Schmerzen im Bewegungsapparat, eben weil Wärme die Durchblutung fördert, Muskelverspannungen löst und dabei ganzheitlich entspannt. Thermotherapie kann Rückenschmerzen deutlich lindern, Studien bestätigen das. Physiotherapeuten, medizinische Masseure und Ärzte bieten Moor- oder Fangopackungen an. Zu Hause helfen Wärmepflaster, Heiz- oder Körnerkissen. Ebenfalls in Ihrer Vor-Ort-Apotheke erhältlich: Wärmesalben mit Capsaicin aus der Chilischote. Sie dringen tief ins Gewebe ein und lockern die verkrampften Muskeln.
Wassergymnastik – Bewegung, die trägt
Im warmen Wasser fühlt sich der Körper plötzlich ganz leicht an. Alles wird ein bisschen einfacher – sogar Bewegung. Denn durch den Auftrieb werden Gelenke, Bandscheiben und Wirbel entlastet. Mithilfe von Aquafitness-Übungen – angeleitet von Physiotherapeuten oder einem medizinischen Bademeister – lassen sich so Verspannungen sanft lösen und Muskeln fast wie nebenbei aufbauen. Viele Krankenkassen fördern zertifizierte Präventionskurse.
Elektrotherapie (TENS) – mit Strom Schmerzen lindern
Fühlt sich an wie ein sanftes Kribbeln: Bei der transkutanen elektrischen Nervenstimulation, kurz: TENS, setzen Physiotherapeuten oder medizinische Masseure Ihnen kleine Elektroden auf die Haut, diese geben sanfte Stromimpulse frei. Sie sollen die Weiterleitung von Schmerzsignalen dämpfen, damit sich die Muskulatur entspannt. Wissenschaftlich belegt ist diese Methode nicht, aber vor allem für Patienten mit chronischen Rückenschmerzen und Arthrose einen Versuch wert. Die Ergebnisse sind sehr individuell.
Akupunktur – Feine Nadeln, tiefe Wirkung
Aus der Traditionellen Chinesischen Therapie (TCM): Feinste Nadeln werden gezielt wenige Millimeter in die Haut gesetzt. Diese Reize aktivieren körpereigene Botenstoffe, die – nach traditioneller Vorstellung – die Lebensenergie, das sogenannte Chi, zurück ins Gleichgewicht bringen sollen. Akupunktur bieten inzwischen viele Ärzte mit Zusatzausbildung an. Sogar in Reha-Kliniken hat sich diese alternative Methode – als begleitende Maßnahme – etabliert. Viele Patienten berichten von guten Erfahrungen. Die Erfolgsquote liegt bei 80 Prozent. Im Fall von chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule übernehmen die Krankenkassen die Kosten.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de
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